Angelrolle bespulen wie die Profis - so läuft am Wasser garantiert alles Rund

Angelrolle bespulen wie die Profis - so läuft am Wasser garantiert alles Rund

Kennst Du das, wenn Du mit Deiner frisch bespulten Angelrolle ständig Tüdel auf Tüdel beim Werfen hast und keine Wurfweite erreichst? Dies liegt vermutlich daran, dass Du Deine Rolle nicht richtig bespult hast. Im Folgenden erklären wir Dir, wie Du geflochtene Schnur sauber auf Deine Angelrolle spulst und welche Feinheiten es hierbei zu beachten gibt.

Außerdem erfährst Du, wie Du Deine Spinnrute samt Vorfach richtig montierst, um direkt startklar zum Raubfischangeln zu sein.

Inhaltsverzeichnis

1. Zubehör: Diese Dinge helfen Dir

Um die Schnur sauber und ordentlich auf die Rolle zu spulen, gibt es ein paar praktische Helferlein, die Dir das Leben gerade am Anfang deutlich erleichtern.

 Zubehör:

  • Rolle
  • Handteil einer Rute
  • Schere für geflochtene Angelschnur
  • Schnur
  • Handtuch: 
  • Eimer mit Wasser (15cm hoch gefüllt)


2. Vorbereitung

Befestige Deine Rolle am Handteil der Rute, klappe den Bügel nach oben (als wenn Du werfen würdest) und fädle die Schnur durch den Leitring Deiner Rute. Dies ist der erste große Ring nach dem Rollensitz. Das Bespulen ist nämlich deutlich einfacher, wenn Die Rolle an der Rute montiert und die Schnur durch den Ring gefädelt ist. Achte darauf, dass die Rollenbremse fest angezogen ist. Du willst unter keinen Umständen Deine Bremse beim Bespulen hören, weil dann wäre Schnurdrall vorprogrammiert.

Befestige das Ende der Schnur mittels Grinnerknoten (siehe Rückseite Schnurverpackung) um den Spulenkern und ziehe ihn schön stramm. Du willst schließlich nicht, dass Deine Schnur auf der Spule ins Rutschen gerät. 

Im nächsten Schritt nimmst Du Deine Spule mit der Schnur und legst sie ins Wasser. Dies hat mehrere Vorteile:

  • Die Schnur läuft immer gleichmäßig von der Spule
  • Wenn Du stoppst, dreht sich die Spule nicht weiter
  • Die Schnur wird geschmeidiger und legt sich besser auf die Rolle
  • Die Schnur erwärmt sich nicht so schnell beim Bespulen

Jetzt nimmst Du die Rute ganz normal in Hand. Mit der rechten Hand umgreifst Du das Handtuch so, dass Du die Schnur zwischen Daumen und Zeigefinger einklemmst. 

Dies bewirkt folgendes: 

  • Die Schnur wird unter leichtem Druck aufgespult und legt sich besser auf die Rolle.
  • Du schützt Deine Finger. Gerade bei Monofiler Schnur entsteht viel Reibungs-Hitze

 

Der Trick mit dem Handtuch

3. Rolle bespulen

Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen, jetzt geht es los mit dem Bespulen. 

Fange am Anfang langsam an zu Kurbeln, um die ersten Windungen sauber auf die Rolle zu bringen. Achte darauf, dass die Schnur immer leicht unter Spannung steht. Wenn der Spulenknoten nicht rutscht und die ersten Meter Schnur sauber auf der Spule liegen, kannst Du die Geschwindigkeit etwas erhöhen. Ein guter Richtwert ist 1 Kurbelumdrehung pro Sekunde. Während Du kurbelst, dreht sich die Spule im Eimer, wird aber durch das Wasser schön abgebremst, wodurch keine Verwicklungen entstehen können.

Die Schnur im Wasser

In diesem Tempo kurbelst Du jetzt entspannt weiter, bis Deine Rolle perfekt gefüllt ist.

4. Spulenfüllung: So schaut es wie beim Profi aus

Damit Du später vernünftig und weit werfen kannst, ohne ständig Tüddel zu haben, ist der korrekte Füllstand der Spule sehr wichtig.

  • Zu wenig Schnur: Du verlierst viel Wurfweite durch starken Widerstand beim Ablaufen der Schnur von der Spule
  • Zu viel Schnur: Beim Wurf verlässt zu viel Schnur die Spule, Perücken und Windknoten sind die Folge.

zu wenig Schnur

perfekt bespult

zu viel Schnur

5. Rute montieren

Achte beim Zusammenstecken der Rute darauf, dass die Ringe in einer Flucht sind und Du die Rute beim Zusammenstecken nicht verkantest. Schaue außerdem nach, dass sich kein Dreck in der Hülse vom Spitzenteil befindet. Sandkörner etc. würden den Zapfen vom Handteil sehr schnell zerkratzen und beschädigen.

Schraube die Rolle im Rollenhalter handfest, sodass sie nicht wackelt.

Wenn Du die Schnur durch die Ringe fädeln willst, kannst Du entweder den Bügel aufklappen oder die Bremse öffnen und dann gegen den leichten bremswiderstand die Schnur von der Rolle ziehen. Diese Methode bietet sich vor allem am Wasser an, da der Wind Dir keine Schnur von der Rolle klaut und lose Schnur sich nicht an Gräsern, Ästen etc. verfangen kann.

6. Montage Vorfach

Bei der Montage vom Vorfach an die Hauptschnur hast Du 2 Möglichkeiten.

Wenn Du ein Fluorocarbonvorfach für Barsch, Forelle oder Zander benutzt, kannst Du dieses mit dem Albrightknoten ans Geflecht knoten.

Beim Fischen auf Hecht mit Stahlvorfach oder Titan befindet sich am Ende des Vorfachs ein Tönnchenwirbel. An diesen knotest Du mit dem Grinnerknoten Deine Hauptschnur.

Die beiden besten Knoten

für Monofile & Geflecht

Zum Produkt

Fluorocarbon

für Barsch und Zander

Zum Produkt

 

Die Länge des Vorfachs und der Durchmesser richtet sich nach Deinen Vorlieben und den Zielfischen.

Wir empfehlen Dir folgendes:

  • Barsch: 50-70cm, 0,25mm Fluorocarbon
  • Zander: 50-70cm, 0,35-0,40mm Fluorocarbon
  • Hecht: Stahl- oder Titanvorfach mit 12-15kg Tragkraft, 30-40cm

Den Abschluss vom Vorfach bildet ein Snap oder Snap+Wirbel

  • Snap: für Gummifisch und Wobbler
  • Snap+Wirbel: für Drehende Köder wie Jigspinner, Spinner und Blinker

FAQ – Häufige Fragen zum Bespulen & Montieren

1. Warum muss die Schnur beim Bespulen nass sein? +
Wasser wirkt wie ein Gleitmittel. Die Schnur wird geschmeidiger, dehnt sich minimal vor und legt sich dadurch viel enger und sauberer auf die Spule. Zudem verhindert das Wasserbad, dass durch die Reibung an deinen Fingern Hitze entsteht, die besonders monofile Schnur beschädigen könnte.
2. Wie erkenne ich den perfekten Füllstand der Rolle? +
Ein guter Richtwert ist ein Abstand von ca. 1 bis 2 Millimetern zum Spulenrand. Ist die Spule bündig oder gar übervoll, springen beim Wurf mehrere Schlaufen gleichzeitig herunter (Perücken-Gefahr). Ist zu wenig drauf, bremst die Abwurfkante deine Wurfweite massiv aus.
3. Warum habe ich trotz neuer Schnur ständig Windknoten? +
Das liegt meist an zu wenig Spannung beim Bespulen. Ist die Schnur zu locker aufgewickelt, schneidet sie sich bei Belastung selbst ein oder bildet lose Klänge. Nutze beim Bespulen immer ein Handtuch, um mit Daumen und Zeigefinger konstanten Gegendruck zu erzeugen.
4. Wann brauche ich einen Wirbel und wann reicht ein Snap? +
Ein Snap reicht für Köder, die nicht rotieren (Gummifische, Wobbler). Sobald ein Köder sich um die eigene Achse dreht (Spinner, Jigspinner, Blinker), ist ein Wirbel Pflicht, um extremen Schnurdrall zu verhindern, der deine Schnur innerhalb kurzer Zeit unbrauchbar machen würde.

Du hast immer noch Fragen?

Dann zögere nicht und melde Dich einfach direkt bei uns im Chat. Wir sind uns sicher, wir können Dir (fast) jede Frage zum modernen Forellenangeln beantworten! 

Bis gleich!

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